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Vier Mitglieder des „Bike Park Wolfach“ nahmen Anfang August
das Abenteuer Alpencross in Angriff. Die Tour führte von Oberstdorf bis nach
Riva an den Gardasee und umfasste insgesamt 483km und 15.000hm.
Nach einem gutem halben Jahr Vorbereitung starteten
Bernhard, Reinhard und Tobias Ganter sowie Simon Heizmann kurz nach 5Uhr
morgens am 4. August mit dem Zug Richtung Oberstdorf.
Jeder hatte sein nötiges Gepäck von ca. 8kg in einem
Rucksack bei sich. Nach einer kurzen Stärkung gegen Mittag ging es gleich los
auf die erste Etappe. Diese führte von Radsport Heckmeier an der Skiflugschanze
vorbei bis zur Freiburger Hütte. Gleich zu Beginn kam der bekannte Schrofenpass
mit seiner Aluleiter, den man nur zu Fuß bzw. kletternd mit dem Bike auf dem
Rücken überwinden konnte. Danach fuhren die Biker über Lech weiter steil
bergauf bis zum Etappenziel Freiburger Hütte (1931m ü.M.).
Die nächste Etappe führte bis zur Heilbronner Hütte. Gleich
zu Beginn galt es eine wilde Abfahrt bis nach Dalaas zu bewältigen bevor es
steil hoch, mit stellenweise fast 20%, über den Kristberg runter bis ins
Silbertal ging. Nach einer kurzen Mittagpause bikten die Wolfacher weit abgelegen
von der Zivilisation bis zur Heilbronner Hütte (2320m ü.M.). Auch bei diesem
Anstieg mussten einige Kilometer zu Fuß gemeistert werden.
Nach einem ausgiebigen Frühstück stand am 3.Tag die
Königsetappe mit 79km und 2597hm an. Zuerst ging es an der Wasserscheide Rhein
Donau runter nach Ischgl. Dort führte die Tour weiter steil bergan bis zur
Bodenalpe und über einen Schotterweg hoch bis zur Heidelberger Hütte, wo wir
eine Mittagspause einlegten. Die letzten 3km hoch auf den Fimberpass (2608m
ü.M) waren nur zu Fuß machbar. Nach einer langen schönen Talabfahrt durch das
Fimbertal bis runter nach Sur En ging es weiter in die atemberaubende Val` Uina
Schlucht. Der Weg führte durch einen in den senkrechten Fels gehauenen Pfad bis
hoch zu unserem Etappenziel, der Sesvenna Hütte (2360m ü.M). Völlig entkräftet
nahmen sie nach dem Abendessen auch noch den Gipfelschnaps vom Hüttenwirt
entgegen.
Auch zu Beginn der vierten Etappe genossen die Vier eine
wunderschöne 1400-Hm-Talabfahrt durch Schlinig bis nach Laatsch. Nach der
Mittagspause in Sta. Maria ging es über einen Schotterweg hoch in die Val Mora
Schlucht. Bei einsetzendem Regen fuhren sie nach einem Kleidungswechsel vorbei
an den beiden Stauseen bis zum Etappenziel Bormio.
Nach einer Nacht im Hotel wartete nun der 26 km lange
Asphaltanstieg bis zu dem höchsten Punkt der Tour, dem Gavia-Pass auf 2621m
ü.M. Dieser Pass wurde auch schon von den Profis beim Giro d´Italia erklommen.
Nun kam für die vier Wolfacher Biker eine heiße 17 km Straßenabfahrt über
unzählige Serpentinen. Den nächsten Berg mussten sie mit leerem Magen bezwingen,
aber zum Glück ließ sich auf halber Höhe trotz Siesta eine Italienerin zu vier
Portionen Spaghetti Bolognese überreden. Frisch gestärkt konnten wir den Rest
des Anstiegs bis zum Passo del Tonale locker bewältigen. Oben angekommen
mussten sie bei wolkenbruchartigem Regen die Abfahrt bis Ossana antreten. Dort
fand man völlig durchnässt gleich am Ortseingang ein passendes Bike-Hotel.
Bevor es am sechsten Tag auf die Piste ging mussten zuerst
die Bremsbeläge gewechselt werden. Bei zunächst schönem Wetter ging es um 9:30
Uhr los bis Dimaro um dann den 1000 Hm-Anstieg bis Madonna di Campiglio hoch zu
fahren. Oben überraschte sie ein heftiges Gewitter mit Graupelschauer. Nach der
Mittagspause beschloss man bei nicht nachlassendem Regen die Etappe, die bis Storo
führen sollte, in Pinzolo abzubrechen.
Aufgrund der verkürzten sechsten Etappe und der immer noch
unklaren Wetterverhältnisse entschieden sie sich auf direktem Wege nach Riva zu
fahren und den bekannten Berg Tremalzo in der kommenden Urlaubswoche nachzuholen.
Am frühen Nachmittag kamen sie freudestrahlend in Riva an und konnten sich und
ihre Bikes ausgiebig feiern lassen.
Nach einer durchzechten Nacht in Riva wollten sie die
„gedachten“ 600 Hm bis zu ihrem Urlaubsort Tremosine/Vesio locker hochkurbeln.
Dass es dabei aber über den Passo Nota und insgesamt 1300 Hm hinauf ging, wurde
am Vortag schlichtweg übersehen. Doch trotz der recht kurzen Nacht schafften
alle die teilweise 23%-Steigung und konnten sich oben über eine wunderschöne
Aussicht über den Gardasee freuen. Die letzte Serpentinenabfahrt bis Vesio war
dann ein voller Genuss. Unten warteten sie dann nur noch auf ihre Frauen, die
mit ihnen die kommende Woche in der Ferienanlage verbrachten.
Insgesamt kamen die Vier vom Bike-Park-Wolfach ohne einen
einzigen Sturz oder eine Panne durch. Und das obwohl sie sich insgesamt 38
Stunden auf dem harten Fahrradsattel quer durch die Alpen quälten. Durch die
gleichfarbigen Radtrikots in Grün, die von Ketterer gesponsert wurden, fielen
die vier vom Bike-Park-Wolfach den vielen anderen Reisenden der Alpen immer
wieder auf. Die Begriffe „Green-Team“ oder auch „Die grünen Alpenfrösche“ hörte
man immer wieder am Wegesrand. Lustig war auch wie die Italiener den Leitspruch
der Bierbrauerei („Ketterer sind Netterer“) aussprachen. Insgesamt können die
vier auf jeden Fall sagen: Alpencrosser sind total verrückte, aber durchwegs
netterere Biker.
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